Archiv für Juni, 2007

Mein lieber Scholli…

Samstag, 30. Juni 2007

… und Herr Gesangsverein, mein lieber Schwan, liebe Güte, liebes Bisschen und ach, du liebes Lieschen, fast hätte ich dich vergessen. Ich weiß nicht, ob ihr es schon bemerkt habt, deswegen sag’ ich es euch jetzt mal in aller Deutlichkeit: Ihr nervt! Die Tage, in denen ihr ehrliches Erstaunen ausgedrückt habt, sind lange gezählt. Spontan, reflexartig nutzt euch niemand mehr. Statt dessen kleben euch mitteltalentierte Textarchitekten aber auch wirklich alle naselang als ironisch bröckelnden Stuck in die Ecken ihrer wannabe-amüsanten Ausführungen über das Leben im Allgemeinen und über ihres im Speziellen. Boah ey!
Jetzt könntet ihr natürlich altklug (Mehr als altklug habt ihr eh nicht drauf!) argumentieren, dass das ja nicht eure Schuld sei. Dass das ja bitteschön ganz allein auf die Kappe der mitteltalentierten Texter gehe und das man euch auch gerne in Frieden ruhen lassen könne. Von wegen! Dieses Rumgammeln ist doch Masche! Ihr weigert euch doch bewusst, den einzigen Schritt zu gehen, der euch eures Sonderpostens entheben würde, nämlich den Schritt, mit der Zeit zu gehen.

Mein lieber Scholli, in Hamburg leben sicherlich mittlerweile mehr Türken als es jemals Franzosen dort hatte, als du noch »ma chère jolie« warst. Das nur als dezenter Hinweis. Was du aus »fistik« machst, würde ich übrigens ganz dir überlassen. Mein lieber Herr Gesangsverein, probier’ es doch mal als liebe Boy- beziehungsweise Girlgroup. Lieber Schwan, wie wäre es als lieber Bullterrier oder Ratte oder Schoßhündchen, je nach sozialer Gruppierung. Liebes Lieschen, dass Du schon seit Jahren im besten Falle das liebe Lisa-Mariechen bist, hat dir wohl auch keiner gesagt, was? Und ihr beiden, liebes Bisschen und liebe Güte, ihr seid ja sowieso die schlimmsten von allen. Bisschen heutzutage? Bisschen was? Bisschen Güte? So würde es nämlich passen.

Aber das traut ihr euch sowieso nicht. Lieber lieb weiter bröckeln und nerven, was?

Heilige Scheiße!
P.S.

Lieber Zustand

Freitag, 29. Juni 2007

Wer ist eigentlich für dich zuständig? Könntest du ein Treffen arrangieren? Ich würde demjenigen welchen nämlich gerne mal die Meinung geigen. Mit Pauken und Trompeten. Der hört die Englein singen, wenn ich mit ihm fertig bin. Das darfst du ihm natürlich so nicht sagen, sonst kommt das Treffen ja niemals nicht zustande. Was? Das alles fällt nicht in deinen Zuständigkeitsbereich? In wessen dann?

Ach, leck mich doch!
P.M.S.

Lieber Postbote

Mittwoch, 27. Juni 2007

Ich würde mich dann auch gleich mal entschuldigen. Und entschuldige, dass ich mich entschuldige, aber ich mach’ das dauernd, das ist wie ein Zwang. Den hab’ ich mir über die Jahre antrainiert. Denn wenn man schneller redet, als man denkt, dann muss man sich dauernd entschuldigen. Das geht einem in Fleisch und Blut über. Das wird zwanghaft. Ach, das erwähnte ich bereits, entschuldige. Womit ich wieder beim Anfang wäre. Also entschuldige, denn ich weiß sehr wohl, dass Du gar kein Postbote, sondern eine Postbotin bist. Immer, wenn ich Dich sehe, bist Du eine Postbotin. Du hast einen Pony und hellblonde Strähnchen in Deinen dunkelblonden Haaren. Könnte natürlich auch altersbedingtes Ergrauen sein, aber ich tippe auf Strähnchen, weil Du auch Strähnchen-Hosen und Strähnchen-Schuhe trägst.
Aber wie klingt denn das? Briefe an die Postbotin? Das klingt doch scheiße! Das klingt nicht mal wie „Briefe an die Mutter“, sondern gleich wie „Briefe an die Vaterin“. Wer will denn so was lesen, geschweige denn schreiben?

Und ganz ehrlich, ich will auch eigentlich keine Briefe an Dich schreiben. Wieso dann überhaupt dieser Titel? Na, wegen des Titels!

Grüße,
P.S.